Beginen Häuser

Geschichte  |  


Es gab mehrere Beginen Häuser in Koblenz. Einige Beginenhäuser bestanden in der Nähe des Dominikanerklosters. Aus ihnen ging auch das Dominikanerinnenkloster zur hl. Katharina in der Weißergasse hervor. Weitere Beginenkonvente, die später in Nonnenklöstern aufgingen, lagen im Vogelsang und in der Görresgasse. 1216 erhielten die Beginen und Begarden auf Ersuchen Jakob von Vitrys eine mündliche Bewilligung vom Papst, die Gründung von neuen geistlichen Gemeinden war bis dahin verboten. Darauf folgte die Zeit der größten Ausbreitung des Beginen- und Begardenwesens. Konvente entstanden in fast ganz Westeuropa, besonders in Oberitalien, Südfrankreich, Deutschland, den Niederlanden, österreich, Böhmen und der Schweiz. Neben den sesshaften Beginen- und Begardengemeinschaften entstanden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts auch wandernde Gemeinschaften, die ebenfalls vom Betteln lebten. Sie vertraten häufig religiöse Vorstellungen des deutschen Mystikers Meister Eckhart und wurden nicht nur von der Kirche, sondern auch von den Städtern ungern gesehen. Besonders diese Gruppierungen gerieten in den Ruf, Häretikern nahe zu stehen bzw. selbst häretisches Gedankengut zu verbreiten. Nach Auseinandersetzungen mit Häresien wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Inquisition gegründet. Die Inquisition war von Anfang an eine Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat gegen Häretiker. Insbesondere die deutschen Bischöfe bekämpften die Bewegung und setzten 1311 auf dem Konzil von Vienne eine Verurteilung durch, von der der Papst nur die südlichen Niederlande (Flandern) ausnahm. Die deutschen Beginenhöfe wurden in der Folge aufgelöst.

Während die Inquisition in Toulouse vom Jahr 1307 an zahlreiche Beginen und Begarden als Ketzer zur Einmauerung und Verbrennung verurteilte, erließ Papst Johannes XXII. am 7. März 1319 eine Bulle, in welcher allen denjenigen Beginen und Begarden, welche die Regel der Franziskaner-Tertiarier annehmen wollten, Gnade zugesichert wurde. Viele Gemeinschaften stellten sich daraufhin unter den Schutz des Franziskaner- oder Dominikanerordens. Mitte des 14. Jahrhunderts kam es im Heiligen Römischen Reich unter dem Inquisitor Walter Kerlinger zu intensiven Verfolgungen von Beginen und Begarden: Kaiser Karl IV. lobte 1369 die Verdienste Kerlingers um die angebliche Ausrottung der Beginen und Begarden.



Erstmals erstellt: 3.07.1997 Letzte Änderung:
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