Das Weindorf

Das Weindorf liegt zwischen dem Schloss und der Pfaffendorfer Brücke, direkt am Rhein und ist ein Teil der Rheinanlagen.


Es wurde 1925 zur „Reichsausstellung Deutscher Wein“ errichtet. Die „Reichsausstellung Deutscher Wein“ fand vom 8. August bis 13. September 1925 im Rahmen der Feierlichkeiten zur 1000-Jahr-Feier des Rheinlandes statt. Koblenz wurde als Veranstaltungsort ausgesucht, weil die Stadt in einem Weinbaugebiet liegt und Zentrum des Weinhandels und des Fremdenverkehrs ist.

Das Veranstaltungsgelände mit Ausstellungshallen und -häusern sowie Pavillons folgte einem ausspringenden Winkel entlang der ehemaligen preußischen Stadtbefestigung und erstreckte sich vom heutigen Weindorf bis zur Städtischen Festhalle. Die größte Ausstellungshalle, die Maschinenhalle (auch Rheinhalle genannt), befand sich in der Mitte des Ausstellungsgeländes. Auf der dem Rhein zugewandten Seite schloss sich ein Weindorf, erbaut im Stil von Fachwerkhäusern, an. Hier stellten die einzelnen deutschen Weinbaugebiete und Weinhersteller ihre Weinprodukte vor. Federführend bei der Planung war das Städtische Bauamt unter Rogg & Neumann, der Entwurf der einzelnen Bauten stammte vom Architekturbüro Stähler & Horn.

Diese ursprünglich nur für die Dauer der Ausstellung errichteten Gebäude waren so beliebt, dass sie als Touristenattraktion beibehalten wurden.

Bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde 1944 das ehemalige Veranstaltungsgelände der „Reichsausstellung Deutscher Wein“ völlig zerstört. In den folgenden Jahren behalf man sich im Sommer mit einem „Weindorf-Zelt“ neben der zerstörten Festhalle. Wegen seiner überaus hohen Beliebtheit wurden schließlich bis 1951 einige Gebäude am Rhein, das heutige Weindorf, in etwas vereinfachter Form wieder aufgebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste auch der noch vollständig erhaltene Weinbrunnen zum Neubau der Rhein Rhein-Mosel-Halle (1959–1962) erst einmal weichen. Dieser wurde 2014 wieder aufgebaut.

Am 10. April 1951 genehmigte die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz die Anlage eines kleinen Rebgartens, genannt „Koblenzer Schnorbach-Brückstück“, mit 1500 Rebstöcken hinter dem Weindorf. Benannt wurde er nach dem Oberbürgermeister der Nachkriegszeit Josef Schnorbach. Für den Wiederaufbau und die Erweiterung durch den Rebgarten wurden aus öffentlicher Hand finaziert.

Etwa am Ort der zur Reichsausstellung errichteten Rheinhalle entstand 1959–1962 die Rhein-Mosel-Halle. Der Weindorfkomplex wurde 1982 erweitert, in dem man auf der Ostseite am Mittelrheinhaus ein weiteres niedrigeres Gebäude anbaute.

Das Weindorf ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen.

Seit 2002 ist das Weindorf Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.






Standort:
Weindorf
56068 Koblenz

Koordinaten: 50°21'28.5"N 7°36'02.4"E


Karte:

Erstmals erstellt: 3.07.1997 Letzte Änderung:
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