Das Stadttheater
Das Theater Koblenz wurde 1787 im Auftrag des Trierer Kurfürsten und Erzbischofs Clemens Wenzeslaus von Sachsen in siebenmonatiger Bauzeit durch den Architekten Peter Joseph Krahe in dem damals neuen Stadtteil Neustadt errichtet.
Die Bauleitung lag bei Johann Andreas Gärtner. Vorbilder waren die im 17. Jahrhundert verbreiteten italienischen Logentheater, vor allem aber die moderneren französischen Rangtheater.
Am 23. November 1787 wurde das als Vielzweckgebäude konzipierte Theater mit einer Aufführung von Mozarts Die Entführung aus dem Serail unter der Leitung von Johann Heinrich Böhm als Kurfürstliches Komödien- und Ballhaus eröffnet.
Die Attika hat die lateinische Inschrift „Musis Moribus Et Publicae Laetitiae Erectum MDCCLXXXVII“ (Den Musen, der Sittlichkeit und zur Freude der Öffentlichkeit errichtet 1787).
Nach Ende der kurfürstlichen und französischen Zeit ging es in Privatbesitz über, wobei die Eigentümer mehrfach wechselten und wenig für die Instandhaltung des Gebäudes oder ein anspruchsvolles Programm taten.
Am 16. Dezember 1851 trat im Theater die Koblenzer Opernsängerin Henriette Sontag auf. Es war der erste und einzige Auftritt in ihrer Heimatstadt.
Im Jahr 1867 wurde das Theater auf Betreiben von Oberbürgermeister Karl Heinrich Lottner von der Stadt Koblenz ersteigert. Diese ließ das heruntergewirtschaftete Gebäude von Stadtbaumeister Hermann Nebel 1869 renovieren, wobei
das Innere im Stil des Historismus umgebaut wurde. 1937 und 1952 erfolgten weitere Umbauten, die das Aussehen des Gebäudes weiter modernisierten und es den geltenden Sicherheitsvorschriften anpassten.
Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart, Herbert Hess (Tenor), Stadttheater Koblenz, 1946
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theater im August 1944 geschlossen, konnte aber, da es bei den Luftangriffen auf Koblenz als eines der wenigen Gebäude der Innenstadt weitgehend unversehrt geblieben war, am 1. Juni 1946 wieder
eröffnet werden. Angeblich hatten zwei Hausmeister die Feuerwehr nach einem Luftangriff im November 1944 mit einem erfundenen Befehl des Gauleiters vom Regierungsgebäude zum Theater umgeleitet und so die Zerstörung durch Feuer
verhindert.
Da das Gebäude einen der wenigen nicht kriegszerstörten und ausreichend großen Räume bot, fand am 22. November 1946 darin die konstituierende Sitzung der Beratenden Landesversammlung statt, welche über die Verfassung
des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz beriet.
Da das Theater erhebliche Altersschäden aufwies, nicht mehr den einschlägigen Sicherheitsvorschriften entsprach und die Bühnentechnik völlig veraltet war, wurde es 1984 bis 1985 umfassend mit dem Ziel restauriert, dem
Originalzustand von 1787 möglichst nahezukommen. Dabei stellte man die alten Abmessungen des Foyers wieder her und rekonstruierte die ursprüngliche Ausmalung im Zuschauerraum, auch die Fassade erhielt ihre originale Farbfassung zurück.
Das Stadttheater liegt am Deinhardplatz und dem Clemensplatz, in der Nähe des Kurfuerstlichen Schloss.
Seit Juni 2024 bis vorraussichtlich Sommer 2026 befindet sich das Theater in einer neuen Renovierungsphase.
Das Theater Koblenz ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen.
Seit 2002 ist das Theater Koblenz Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal. Des Weiteren ist es ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention und mit dem blau-weißen Schutzzeichen gekennzeichnet.
Standort:
Deinhardplatz 2
56068 Koblenz
Koordinaten: 50°21'29.2"N 7°35'58.3"E
Karte:
Koblenz