Immendorf
Der Koblenzer Stadtteil ging aus der selbstständigen Gemeinde Immendorf hervor, die am 7. Juni 1969 mit dem Nachbarort Arenberg zur Gemeinde Arenberg-Immendorf fusionierte.
Über das Alter von Immendorf lassen sich bisher aufgrund von Boden- oder sonstigen Funden keinerlei Aussagen treffen.
Eher lassen sich aus dem Namen Immendorf des heutigen Koblenzer Stadtteils Rückschlüsse auf seine Entstehung ziehen.
Die Endung -dorf findet sich vielfach bei Orten im Mittelrheingebiet und verweist auf eine Entstehung und Eingliederung in den fränkischen Staatsverband bis zum 6. Jahrhundert n. Chr.
Das Fränkische Reich war in Gaue untergliedert. Immendorf gehört zum Engersgau, der sich von Unkel im Norden bis zur Lahn im Süden erstreckte und dort an den Niederlahngau grenzte.
Im Jahr 790 vermachte Karl der Große der Abtei Prüm Ländereien im Engers- und im Niederlahngau.
Es wird vermutet, dass die Abtei Prüm um 880 Ländereien tauschte, die sie nahezu hundert Jahre zuvor von Karl dem Großen als Geschenk erhalten hatte. Im Rahmen eines solchen Landtausches, den die Abtei mit
dem Grafen Ruotger unternahm, wird erstmals der Name „Immendorf“ als „Ibingdorf“ in einem Dokument erwähnt. König Ludwig III. beurkundete im Jahre 880 diesen Tausch.
Die am 23. März 880 in Frankfurt ausgestellte Urkunde existiert nicht mehr im Original. Aber es gibt noch eine Abschrift dieser Urkunde aus dem Liber aureus, dem goldenen Buch von Prüm, die wohl spätestens
um 1100 angefertigt wurde. Diese Abschrift befindet sich heute in der Stadtbibliothek Trier und belegt die mindestens 1100-jährige Geschichte dieses Koblenzer Stadtteils.
In den folgenden Jahrhunderten wird der Ort Immendorf (oder Eymentorff und Imendorf) in verschiedenen Urkunden erwähnt. Aus dem vorliegenden Material lässt sich aber keine durchgängige Geschichte des Ortes ableiten.
In Immendorf besaßen verschiedene Herrschaften größeren Landbesitz. Neben der Abtei Prüm besaß die Abtei Herford, die 868 von König Ludwig dem Deutschen der Herrenhof Overanberg (Arenberg) als Schenkung erhalten hatte.
Auch die Helfensteiner, die ursprünglich das Meieramt für dieses Hofgut innehatten, treten später als Grund- und Gerichtsherren in Immendorf in Erscheinung.
Auch die Koblenzer Steuerbehörde verfügte über Besitz in Immendorf. 1211/1214 hatte Immendorf an den Koblenzer Königshof, den Heinrich II. dem Trierer Erzbischof Poppo von Babenberg geschenkt
hatte, Sachgüter (Hafer, Hühner) und Dienste zu entrichten. Die Trierer Erzbischöfe waren zeitweise auch direkte Besitzer von Gütern in Immendorf.
Ab 1692 hatte das Kloster Herford dem Trierer Kurfürsten die Oberhoheit über die Besitzungen verkauft. Immendorf wurde auf diese Weise kurtrierisches Lehen.
Wesentliche territoriale Änderungen brachte die Französische Revolution auch für Immendorf mit sich. Die Fürsten von Nassau-Usingen, Nassau-Weilburg und Wied-Runkel mussten im Frieden von Lunéville ihre linksrheinischen
Besitzungen an Frankreich abtreten. Sie wurden dafür mit rechtsrheinischen Gebieten entschädigt. So erhielt Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg durch den Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 den auf
dem rechten Rheinufer gelegenen Teil von Kurtrier. Es wurde eine nassauische Regierung in Ehrenbreitstein eingerichtet, die auch Immendorf verwaltete.
Per Vertrag trat Nassau am 31. Mai 1815 die Gemeinden Immendorf, Neudorf (heute zu Niederberg), Arenberg, Ehrenbreitstein mit den Mühlen Arzheim, Pfaffendorf und Horchheim an Preußen ab.
Nassau behielt vom Amt Ehrenbreitstein die Gemeinden Arzbach, Kadenbach, Neuhäusel, Eitelborn und Simmern, die jetzt dem Amt Montabaur zugeordnet wurden.
Ab 1815 kann von Immendorf im verwaltungsmäßigen Sinn von einer selbstständigen Gemeinde gesprochen werden.
1825 wurden offiziell die lehnsrechtlichen Bindungen der Immendorfer Ländereien aufgehoben. Durch sukzessiven Kauf dieser Parzellen durch Immendorfer Bürger wurden diese Ländereien in freies Eigentum überführt.
Am 07.11.1970 wurde Immendorf als Ortsbezirk zusammen mit Arenberg in die Stadt Koblenz eingemeindet.
Sehenwürdigkeiten:
St. Erasmus Kirche
Wappen der ehemaligen Ortsgemeinde Immendorf:
Ssuag, Public domain, via Wikimedia Commons
Das Wappen von Immendorf enthält oben im geteilten Schild neun blaue Lilien auf goldenem Hintergrund und im unteren Bereich einen Bienenkorb, in den vier Bienen (Immen) einfliegen. Immendorf gehörte lange Zeit zur Herrschaft Müllenbach der Herren von Helfenstein. Aus deren Wappen sind die vier Lilien im oberen Teil des Wappens entlehnt. Der Bienenkorb dagegen weist auf die volkstümliche Deutung des Namens „Immendorf“ als Ort der Imker und Bienen hin.
Standort:
56075 Koblenz
Koordinaten: 50°22'23.8"N 7°39'27.2"E
Koblenz
